KI-Content-Flut: Warum alles gleich klingt – und du wie du es besser machst
LinkedIn, YouTube, Instagram – alles wird gerade geflutet mit KI-Inhalten. Gleiche Texte, gleiche Bilder, gleicher Sound. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, woran das liegt. Kurze Antwort: nicht an der KI. Wir sprechen darüber, warum die Modelle von sich aus immer im Durchschnitt landen – und wieso das beim Coding genau richtig, im Marketingtext aber tödlich ist. Welchen Regler Theo vermisst, den die Modellanbieter stillschweigend abgeschafft haben. Und wofür Agenturen künftig noch Geld verlangen dürfen. Außerdem heute im Angebot: ein Brain-Dump-Workflow, mit dem du dem Einheitsbrei entkommst und die Frage, ob „handgemacht ohne KI" bald ein Gütesiegel wird wie beim Schreiner.
Transcript
Woran arbeite ich gerade? Ich arbeite weiterhin daran, mit LLMs LLMs zu verbessern.
Theo:Die neue Welt halt. Aber was mich tatsächlich ein bisschen beschäftigt hat jetzt,
Theo:wir haben ja die letzten Folgen, hast du mich ein bisschen befragt,
Theo:wie ich so gerade die Entwicklungen und die Arbeitsweisen und so weiter sehe.
Theo:Aber mich würde auch mal interessieren, wie es eigentlich bei dir ist, weil
Theo:ich habe noch nicht genug Informationen aus dir rausgezogen und Fun Fact,
Theo:ich meine, wir haben beide genug zu tun, das heißt, diese Podcast-Aufnahmen
Theo:sind immer auch ein guter Zeitpunkt einfach zu sprechen.
Theo:Ja, also etwas, wo ich schon das Gefühl habe, da haben wir ja letztes Mal drüber
Theo:gesprochen, mit dem so, hey,
Theo:fühlst du dich noch, wie hast du es ausgedrückt, ob ich noch irgendwie,
Theo:also werde ich gepromptet oder prompte ich, also ich würde das mal auf,
Theo:habe ich das Gefühl, meine Arbeit ist noch kreativ um Münzen und ich würde sagen,
Theo:das habe ich mit Ja beantwortet, aber wie geht es denn dir?
Theo:Findest du deine Arbeit mit LLMs nach wie vor kreativ?
Maksim:Das finde ich ist extrem schwer zu beantworten. Also generell so Kreativität,
Maksim:hat, denke ich, verschiedene Ebenen.
Maksim:Vor allem, ich würde mich jetzt nicht so als künstlerisch kreativen Menschen
Maksim:bezeichnen und gleichzeitig ist es so, dass, wenn ich jetzt zum Beispiel auch
Maksim:an unsere Firma denke, meine Rolle ja auch ist, neue Impulse reinzubringen.
Maksim:Ja, oder sozusagen nochmal einen Schritt zurück zu gehen und zu sagen,
Maksim:okay, das könnten wir jetzt nochmal komplett anders anpacken oder wir haben
Maksim:hier technologische Bausteine ABC, lass uns die mal nochmal komplett andersrum
Maksim:zusammenstecken und dann kommt was Neues dabei raus.
Maksim:Also so gesehen ist es ja schon auch was Kreatives im Wortsinn,
Maksim:dass man was Neues erschafft.
Maksim:Und jetzt ist es schon irgendwie komisch, weil ich bin persönlich ja total in
Maksim:dieser hybriden Rolle drin, dass ich mir auch gemeinsam mit einem KI-Agenten
Maksim:im Brainstorming was gemeinsam ausdenke.
Maksim:Aber ich habe jetzt nicht so das Ding, dass ich sage, ey, ich habe hier ein
Maksim:Problem, lieber ChatGPT oder Claude, gib mir mal eine Lösung und ich copy-paste
Maksim:die dann und präsentiere die dann sozusagen vor dem Team als meine Idee.
Maksim:So ist es definitiv nicht.
Theo:Du hast mir ja letztes Mal darüber gesprochen, ab wann sagst du,
Theo:es ist KI generiert, ab wann nicht. Das ist genau ja dieser,
Theo:hast du den Kreativprozess?
Theo:Und hast du das Ergebnis dann auch wirklich validiert? Das wären so diese beiden
Theo:Stufen, die für mich die Diskriminante dabei geben, ob ich sage,
Theo:das ist meine Arbeit oder die Arbeit der KI.
Maksim:Ja, ganz genau. Und gerade spannend finde ich das dann eben bei sowas wie Texte
Maksim:schreiben. Also bei mir am Tisch liegt ja auch insbesondere den Input zu liefern fürs Marketing.
Maksim:Und wenn ich da zurückdenke, wir haben früher in den ersten Jahren der Firma
Maksim:natürlich die Blogposts beispielsweise
Maksim:komplett von A bis Z selbst geschrieben oder wir hatten auch,
Maksim:externe Journalisten, die in Auftragsarbeit für ein paar Euro dann Blogposts
Maksim:geschrieben haben oder Presseberichte.
Maksim:Und diesbezüglich, naja, also die kreative Arbeit, sich auszudenken,
Maksim:okay, was wäre jetzt ein interessanter roter Faden für eine Veröffentlichung,
Maksim:das passiert tatsächlich nach wie vor, echt,
Maksim:wie früher bei Kashi und mir,
Maksim:in den Köpfen und dann es auszuformulieren, das macht halt dann der Agent.
Maksim:Und das ist dann schon natürlich was anderes als diese vollautomatisierten AI-Slop-Maschinen,
Maksim:die halt momentan zum Beispiel YouTube vollballern.
Theo:Also ich finde auch total, wenn du einfach nur, vielleicht lass uns da mal ganz
Theo:kurz drüber reflektieren, warum,
Theo:wenn man es nicht steuert, kriegt man diesen AI-Slop, so dieses Generische,
Theo:dieses irgendwie, das fühlt sich einfach,
Theo:das ist ja auch bei Bildern und sowas so, also du kannst ja echt richtig,
Theo:richtig gute Bilder mit den Bildgeneratoren machen, aber nur,
Theo:wenn du da dir Zeit nimmst, iterierst deine Ideen, dein Feedback in eine Richtung
Theo:strukturierst, wenn du einfach sagst, mach mir ein cooles Bild für X oder Y,
Theo:dann sieht immer jeder auf den ersten Blick, das ist AI.
Theo:Und ähnlich ist es bei Texten. Also man riecht das, wenn jemand da keine Mühe sich gegeben hat.
Theo:Aber wenn man sich Mühe gibt und wirklich diesen Kreativprozess steuert,
Theo:dann kommt was Gutes dabei raus. Wie ist denn dein Take da dazu?
Maksim:Also vielleicht nochmal in Abgrenzung zur Vergangenheit, so was wie ein GPT-4-Modell,
Maksim:also eins der früheren, die haben ja wirklich nur Text generiert,
Maksim:der von außen so aussah wie ein sinnvoller Text und wenn du den gelesen hast,
Maksim:dann war der totaler Quatsch teilweise auch.
Maksim:Ja mittlerweile ist immer auf einem stand da steckt auch ein bisschen hirnschmalz
Maksim:dann schon drin also vor allem wenn man jetzt an die die neueren modelle denkt
Maksim:die auch intensives reasoning betreiben also eigentlich konsistenter ja genau aber
Maksim:da bin ich schon bei der aussage das ist nach wie vor so dass da keine also
Maksim:selten stecken da irgendwelche überraschungen drin,
Maksim:und ich weiß nicht wie wie dein take dazu ist ich vermute das ist halt immer
Maksim:dieses naja am ende sind die modelle drauf trainiert, möglichst gefällig zu sein.
Maksim:Und gefällig bedeutet, man versucht im Umkehrschluss möglichst wenig anzuecken.
Maksim:Das heißt, man ist immer im Mittelwert aller Meinungen und damit ist man generisch.
Maksim:Also das ist so meine Wahrnehmung, weil wenig Polarisierendes dabei rauskommt.
Theo:Ich habe das Gefühl, dass die, wenn es nicht anders gepromptet,
Theo:also das durch den Menschen gesteuert ist, dann haben die diese Regression to
Theo:the mean. Also das ist quasi immer in so ein Klischee verfallen.
Theo:Fast egal bei welchem Thema. Und das Lustige ist, beim Coding.
Theo:Ja, das ist das, was du willst. Du möchtest nicht, dass für Problem X ein neues
Theo:Pattern erfunden wird. Du möchtest eigentlich, dass es nach dem Industry Standard
Theo:gemacht wird. Das heißt, da ist das wunderbar.
Theo:Du gibst die Business-Logik vor, die ist individuell, sonst hätte dein Produkt
Theo:keine Daseinsberechtigung.
Theo:Ja, aber dann, wie das gemacht wird, ist es fast besser, wenn das Large Language
Theo:Modell einfach sagt, ah, 90% aller Projekte, die heutzutage noch gewartet werden,
Theo:lösen so, also mache ich es auch so.
Theo:Das ist wunderbar. Bei einem Marketingtext ist natürlich tödlich.
Theo:Also das ist wahrscheinlich genau.
Theo:Und das andere da ist ja, dass der, früher haben wir ja da mit dem Temperaturparameter gespielt,
Theo:Der, ganz kurz zur Seitenerklärung, der quasi steuert, wie stark der Zufall
Theo:gewichtet wird in der Generierung der Texte, die das LLM schreibt,
Theo:um es mal in einem Satz zu sagen.
Theo:Der ist ja eigentlich mittlerweile bei den meisten Modellen verschwunden.
Theo:Also weil wir hatten es doch damals, wo wir doch noch sagen,
Theo:okay, wir machen irgendwie juristische Sachen mit Temperatur 0,
Theo:aber Marketing mit Temperatur 1 oder sowas.
Theo:Diese Steuerung gibt es gar nicht mehr. Die hat auch wahrscheinlich nie diesen
Theo:Need erfüllt, was Ungenerisches zu kriegen, oder?
Maksim:Ja, wobei ich vermisse den. Also gerade bei zum Beispiel, du bist auf der Suche
Maksim:nach einem coolen Slogan oder so.
Maksim:Da hat mir das sehr geholfen, weil es einfach immer einfacher ist,
Maksim:Dinge zu löschen, als sie sich aus den Fingern zu sagen. Und dann war das völlig
Maksim:okay, dass von 20 Vorschlägen drei einfach totaler Quatsch waren.
Maksim:Und ich habe heute das Problem ganz konkret beim Copywriting,
Maksim:dass ich aus dieser Regression to the Mean, hast du es gerade genannt,
Maksim:Situation echt nur noch kaum rauskomme.
Maksim:Also das war früher besser. Ich muss heute die originären Ideen mehr manuell
Maksim:reinstecken in die Maschine, als es früher der Fall war.
Theo:Nutzt du dann manchmal die alten Modelle noch, die noch Temperatur haben?
Maksim:Ja, zwangsläufig. Also es gibt ja einmal das Maintenance-Thema.
Maksim:Wir haben halt einfach noch auch Prompt-Chains, die quasi, weil sie einfach
Maksim:schon so alt sind, nur die alten Modelle drin haben.
Maksim:Und naja, also momentan mit den neuen Modellen ist es halt dann eher wirklich
Maksim:so der Dampfhammer, dass man wieder mal dann versucht mit einem agentischen
Maksim:Loop, der auch länger dauert und teurer ist am Ende, etwas zu beheben,
Maksim:was früher einfach ging mit der Temperatureinstellung.
Maksim:Das finde ich sehr, sehr spannend, weil das ist so ein bisschen Entschittification
Maksim:schon, die wir da erleben.
Theo:Ja, aber vielleicht hat das mit diesem ganzen Switch zu dem Ganzen,
Theo:dass die ja alle Richtung Coding so viel gehen, weil da sie sich so viel holen.
Theo:Das hatten wir ja, glaube ich, in der ersten Folge der Staffel darüber gesprochen,
Theo:warum das wahrscheinlich so gut funktioniert mit den Trainingsdaten, die es halt dafür gibt.
Theo:Und dann gibt es halt andere Sachen, die sind dem zum Opfer gefallen.
Maksim:Ja. Und du hast vorhin auch die Bildgeneratoren erwähnt. Das finde ich ganz spannend.
Theo:Ja, haben die dich schon mal richtig beeindruckt. So künstlerisch.
Theo:Also hast du gesagt, oh, das war jetzt Picasso.
Maksim:Ja, nee, tatsächlich, also wirklich nein.
Maksim:Und wir haben ja ein Projekt, bei dem bin ich der betreuende Partner,
Maksim:von daher habe ich relativ viel
Maksim:auch gesehen, da geht es um das Thema Bildgenerierung im Kreativbereich.
Maksim:Und ich habe mir dann irgendwann gedacht, das mit den Bildgeneratoren ist so
Maksim:ähnlich wie mit Kameras. Also ich kann mir ohne Problem eine Profikamera bei Amazon bestellen.
Maksim:Bin ich deswegen Fotograf? Nein. Die Fotos, die ich mache, die sind kacke.
Maksim:Und so ähnlich habe ich den Eindruck, dass es auch bei den Bildgeneratoren ist.
Maksim:Das heißt, ich kann jetzt ein Bild erzeugen, aber dass das eine kreative Idee
Maksim:widerspiegelt, das ist etwas, das ich persönlich nicht kann.
Maksim:Und gleichzeitig sehe ich dann, es gibt ja Plattformen, wo du Bilder wie bei
Maksim:einem Wettbewerb einreichen kannst. Also da wird ein Thema vorgegeben und dann
Maksim:reichst du dein Bild ein und die Community votet, wer gewinnt.
Maksim:Und das sind Dinge dabei, da würde ich im Leben nicht drauf kommen, die Prompt zu tippen.
Maksim:Du wirst nach 10 Sekunden fertig, aber die Idee, das ist das,
Maksim:was da entscheidend ist.
Theo:Da sind wir wieder bei, wir hatten doch letztes Mal über Idee versus Execution.
Theo:Also das heißt, wo liegt die Schöpfungshöhe und
Theo:Das verschiebt sich wahrscheinlich einfach. Ich meine, die Execution,
Theo:ich meine, selbst wenn, keine Ahnung, selbst wenn du die Mona Lisa vor dir hast,
Theo:kriegst du sie nicht abgemalt. Richtig. Ja, also ich auch nicht.
Theo:Jetzt ein, sagen wir mal, heute ausstudierter, ausgebildeter Maler,
Theo:der gut mit Ölmalerei, der kann das wahrscheinlich schon, aber dann,
Theo:das war dann das reine Execution und
Theo:nicht die Erfindung. Und die Execution geht vielleicht halt immer mehr weg in
Theo:den Sachen, wo die KI gut ist, aber halt diese, die Inception,
Theo:ist das das richtige Wort?
Theo:Jedenfalls, der kreative Prozess, der bleibt schon noch.
Maksim:Wobei, das war doch bei den ganzen Fresken in der Vergangenheit auch schon so,
Maksim:dass die Michelangelo nicht alle selber gemalt hat. Der hatte doch auch seine Supporter.
Theo:Ja, das ist doch fair, je nach LLMs hatte er halt nicht.
Maksim:Ja, genau.
Theo:Oder Stable Diffusion oder sowas.
Maksim:Ja, und dementsprechend, also vielleicht muss man das dann nochmal einordnen,
Maksim:weil du ja gefragt hast, da hat mich irgendwann mal was künstlerisch,
Maksim:ein Modell überrascht. Die Modelle nicht.
Maksim:Aber die Leute, die sie bedient haben, die schon.
Theo:Das heißt, dann ist doch die Quintessenz
Theo:AI-Slop ist einfach, also AI-Slop ist keine keine keine Zwangsläufigkeit.
Theo:AI-Slop kommt raus, wenn man Sloppy ist.
Maksim:Ja, richtig.
Theo:Das ist wie wenn Michelangelo seinem Assistenten gesagt hat,
Theo:ja mach mal ein Fresco, ich gehe Golf spielen.
Theo:Gab es noch nicht, aber du weißt, was ich meine. Da hätte es auch nicht die
Theo:Jahrhunderte überdauert.
Theo:Bringt mich da zum Delegieren. Welche Aufgabe würdest du denn nie an eine KI
Theo:abgeben, selbst wenn sie sie vielleicht könnte?
Maksim:Also das initiale Planen versuche ich schon nochmal bei mir zu behalten.
Maksim:Was meine ich damit? Es ist sehr, sehr einfach, wenn du eine Aufgabe erst ganz
Maksim:vage nur noch am Tisch hast, dass du sagst, okay, wir brauchen eine neue Strategie für 2027.
Maksim:Dann ist es ja sehr, sehr einfach und verlockend, dass du direkt diese initiale
Maksim:Fragestellung schon in einen KI-Assistenten reinwirfst und im quasi minimalen Kontext gibst.
Maksim:Und davon bin ich tatsächlich weggekommen, mich sozusagen bei dem aller,
Maksim:aller, aller ersten Step sofort Hilfe zu holen, sondern was ich mache ist,
Maksim:zum Beispiel während einer Autofahrt, wo du Zeit hast, üblicherweise ja auch
Maksim:zu reflektieren oder einfach quasi laufend, Headset auf dem Ohr,
Maksim:erstmal 20 Minuten einen Braindump einzusprechen.
Maksim:Also das, was ich zu dem Thema schon im Kopf habe, welche Gedankenfetzen mir,
Maksim:die letzten Tage vielleicht schon durch den Kopf gegangen sind.
Maksim:Das erstmal als Startpunkt reinzugeben und dann mit der KI zu strukturieren und weiterzubauen.
Maksim:Weil ich gemerkt habe, ansonsten bewegst du dich immer so in den klassischen
Maksim:Schablonen, die die Modelle halt einfach mit sich bringen. Und dann ist immer alles gleich.
Theo:Das bringt uns auch zurück zu dem, wer promptet wen. Und um zu vermeiden,
Theo:dass die KI funktioniert,
Theo:dich in deinem Kreativprozess quasi ausbremst, indem sie dich zu früh in die
Theo:Schablone, weil der Regression to the Mean ist quasi die Schablone,
Theo:Dann kannst du quasi nicht frei denken. Und in diesem Sinne denkst du zuerst
Theo:frei und schaust dann, wie lässt sich das Freidenkende in vielleicht etablierte
Theo:Gedanken, Strukturen, Frameworks und so weiter dann einbetten,
Theo:um dann ein strukturiertes Ergebnis zu erzeugen.
Theo:Aber wenn du strukturiert anfängst, ist nämlich so ein bisschen,
Theo:Wenn du dir Abiyah-Bücher anschaust, als die noch geklebt wurden oder als die
Theo:dann, als man gesagt hat, bitte reich eine PDF oder Word-Seite ein.
Theo:Also heute sehen die vielleicht trotzdem wieder kreativ auf,
Theo:aber es gab so fünf Jahre oder zehn Jahre so eine verlorene Generation,
Theo:weil zu früh mit dem Framework anzufangen, halt die Kreativität massiv behindert.
Theo:Das sei denn, du kannst mit dem Framework exzellent umgehen.
Theo:Du kannst natürlich super was Kreatives mit Photoshop, auch mit Word machen
Theo:oder PowerPoint, aber ist halt dann bei den Jahrbüchern nicht passiert.
Theo:Und so ist es, wenn du jetzt vielleicht jeden,
Theo:wenn du vielleicht Unternehmensberater wärst und deine komplette Aufgabe wäre
Theo:es, quasi jeden Monat eine Unternehmensstrategie für einen neuen Kunden zu machen,
Theo:dann könntest du vielleicht sofort mit dem Framework und mit der KI anfangen.
Theo:Aber so kommst du dann da nicht raus. Und deswegen fängst du mit dem Braindump an.
Theo:Und das ist aber generell eine Technik, die wir einfach, also kann man nur jedem
Theo:da draußen empfehlen, einfach laut denken mit einem Mikrofon,
Theo:Handy, was auch immer, ihr könnt dann die MP3 oder ihr macht direkt eine Transkriptionsgeschichte
Theo:draus, ist egal, ob ihr nachher die MP3 oder die Texte gebt,
Theo:die gebt ihr einem KI-Agenten.
Theo:Dann soll der das beginnen zu strukturieren. Das ist ein Workflow,
Theo:der funktioniert verdammt gut.
Theo:Und man kriegt dann was raus, was schon den eigenen Prioritäten entspricht.
Maksim:Ja, also und ich mache das so lange, bis ich das Gefühl habe,
Maksim:dass mir nichts mehr einfällt.
Maksim:Also ich wiederhole mich ja teilweise drei, vier Mal, wenn ich zu einem bestimmten
Maksim:Aspekt was vergessen habe.
Maksim:Es wäre natürlich bei einem Briefing für einen Kollegen tödlich,
Maksim:aber im KI-Modell ist es egal. Es ist egal.
Theo:Ich meine, also eine Million Tokens sind ungefähr eine halbe Million Wörter am Ende des Tages.
Theo:Sprichst du ein Leben lang oder wie? Müssten wir mal kalkulieren.
Maksim:Ja, so dreimal Harry Potter Band 1, glaube ich.
Maksim:Es wäre ein Daumen gepeilt, die Größenordnung. Und wie ist es aber bei dir,
Maksim:Maxim? Weil jetzt hatten wir bei den ersten Folgen der Staffel auch schon drüber gesprochen.
Maksim:Bottom-up wie KI, Discoding und Software Engineering, wenn man sozusagen da
Maksim:die Ebene oben drüber geht, adressiert.
Maksim:Ich glaube, das haben wir ganz gut beleuchtet. Aber jetzt, wenn wir nochmal
Maksim:einen Schritt höher gehen, jetzt hast ja du zum Beispiel bei dir auf der Platte
Maksim:nicht nur die Hallerium-Architektur und Strategie,
Maksim:sondern auch sowas wie die Kundenapplikationen, die wir bauen.
Theo:Korrekt.
Maksim:Wo ziehst denn du da die Grenze? Weil, wenn es das leicht machen würdest,
Maksim:oder wenn man jetzt sagt, man macht es so, wie die Werbung der KI es verspricht,
Maksim:könntest du ja sagen, okay, ich automatisiere das alles komplett und gehe nach Hause.
Maksim:Aber es findet ja offensichtlich nicht statt. Nee.
Theo:Ja, genau aus diesem AI-Slop-Grund. Also wenn du jetzt sagst,
Theo:Kunde braucht irgendwie eine App, die ihm das und das anzeigt.
Theo:Da kommt irgendwas raus. Aber wird es den Prozess beim Kunden verbessern oder
Theo:beschleunigen? Nein. Also woher auch?
Theo:Wie wir immer gesagt haben, die KI kann halt keine Gedanken lesen.
Theo:Das heißt, du musst erstmal dir, selbst wenn sie es könnte, müsstest du dir
Theo:Gedanken wenigstens vormachen.
Theo:Also das heißt, Kundenprobleme verstehen, die verstehen und aufnehmen und vielleicht
Theo:dann auch der KI zugänglich machen, aber irgendwie erfassen,
Theo:was ist denn der Status quo?
Theo:Wo hängt es denn? Wo sind denn die Probleme? Was muss unbedingt erfüllt werden?
Theo:Um daraus dann sich eine Nutzererfahrung, also User Experience abzuleiten, ist unverzichtbar.
Theo:Und die dann auf Inkonsistenzen zu checken, zu übersetzen, in was sind die Best
Theo:Practices in User Interfaces, da ist dann die KI wieder wunderbar.
Theo:Aber es ist genau dieses erstmal, welches Problem will ich überhaupt lösen,
Theo:ist ja schon mal eine Gretchenfrage bei jeder Applikation.
Theo:Und da führt kein Weg dran vorbei.
Maksim:Dann ist das vielleicht so ein bisschen die Analogie,
Maksim:Beim Slide-Bauen bin ich nämlich mittlerweile komplett im Modus,
Maksim:nur noch zu definieren, was ich ausdrücken möchte.
Maksim:Aber um es umgekehrt zu formulieren, ich lasse absolut die Finger davon,
Maksim:dem KI-Agenten eine Instruktion zu geben, wie dann was auf einer Slide anzuordnen ist.
Theo:Das hat zwei Gründe. Das eine sind ja, dass Slide-Strukturen sind ja etablierte.
Theo:Also da gibt es ja wahrscheinlich Schulen zu.
Theo:Und vor allem hast du ja aber auch ein Design-System zugrunde gelegt.
Maksim:Ja, das stimmt, das stimmt. Dann ist es vielleicht so, wie du vorhin meintest
Maksim:beim Coding. Man möchte eigentlich nicht das Rad immer neu erfinden.
Theo:Bei Slides würde ich tatsächlich sagen, nein, weil Slides sollen super easy
Theo:to digest sein fürs Publikum. Die sollen nicht so viel mentale Energie rauben,
Theo:dass die deinen Worten nicht mehr folgen können.
Theo:Und insofern hätte ich gesagt, sind das eigentlich etablierte Rezepte.
Theo:Ich meine, es macht wahrscheinlich Sinn hin und wieder mal eine anders als üblich
Theo:Slide mit einzuwerfen, aber wenn jeder deiner Slides so ist,
Maksim:Dann ist es.
Theo:Doch wie bei Musik oder sowas. Du brauchst auch so ein bisschen die dahinplätschernden
Theo:Harmonien, aber wenn du nur die hast, dann ist es ungelangsamer.
Theo:Aber das kann bei einem Vortrag ja immer deine Worte sein.
Theo:Dementsprechend, glaube ich, macht das da durchaus Sinn.
Theo:Du hast vorhin was angesprochen mit wir hatten früher mal quasi auch externe
Theo:Freelancer, Journalisten zu texten und so weiter, das bringt uns ja auf einen Bereich,
Theo:der zumindest aus unserer Wahrnehmung
Theo:stark unter Druck steht das wären so Agenturen also ich meine so
Theo:Lektoren, die die Sachen gegenlesen oder Texter, die aus aus Braindump-Sachen schreiben oder ähm
Theo:Was hätten wir noch? Also vor allem so bei textuellen In- und Outputs sehe ich
Theo:die Agenturen stark unter Druck. Es gibt natürlich auch die Agenturen,
Theo:die Recherchetätigkeiten übernehmen.
Theo:Das geht mit KI viel schneller, aber es ist immer noch auch zu Fußarbeit.
Theo:Aber wie ist denn da dein mentales Bild?
Theo:Stehen die Agenturen stark unter Druck? Sind die totgeweiht oder müssen sich
Theo:halt nur auch ihre eigene Arbeitsweise ändern? Gibt es da Unterschiede,
Theo:je nachdem, was das für Agenturen sind? Wie ist da dein mentales Bild?
Maksim:Naja, also die Perspektive, aus der ich auf das Thema blicke,
Maksim:das ist, wir haben aus den verschiedenen Bereichen jetzt eine Handvoll Agenturen auch mal beauftragt.
Maksim:Das heißt, ich kenne jetzt nicht die volle Welt, aber wir haben zum Beispiel
Maksim:eben, wie du gerade nochmal erwähnt hast, Texte schreiben lassen.
Maksim:Wir haben auch zwei Homepages, also von jeweils unterschiedlichen Agenturen
Maksim:mal bauen lassen in der Vergangenheit.
Maksim:Unser Logo und das initiale Corporate Design kommt von der Agentur raus.
Maksim:Und ich denke mir halt, so diese Zeit, genauso wie beim Software Engineering,
Maksim:wo es vertretbar und verargumentierbar war, dass du für den Handwerkszeugsanteil
Maksim:deiner Arbeit Stunden abrechnest, die Zeiten sind vorbei.
Maksim:Und ich muss ja tatsächlich sagen, in der Vergangenheit war nicht immer alles cool.
Maksim:Wenn du das Gefühl hast, da hat sich jetzt jemand eine halbe Stunde vorm Termin,
Maksim:drei Logo-Vorschläge irgendwie total random aus dem Ärmel geschüttelt und versucht ihr dann rückwärts.
Maksim:Hingedichtet eine Story dazu zu verklicken.
Maksim:Okay, come on, das ist jetzt nicht euer Ernst.
Maksim:Also gerade dieses Vorschläge unterbreiten und die zu iterieren.
Maksim:Ich glaube, da sind die Zeiten, dass man sagt, okay, wir rechnen jetzt pro Iteration 5000 Euro ab.
Maksim:Die Zeiten sind komplett vorbei, weil ich auch das mittlerweile gewohnt bin,
Maksim:dass ich mit einem KI-Agenten innerhalb von wenigen Sekunden ins Ping-Pong gehen
Maksim:kann, um Ideen zu etablieren.
Maksim:Oder das Ausformulieren von Texten oder ich kriege heute noch E-Mails,
Maksim:wo mir Leute versuchen, für 4000 Euro eine neue WordPress-Homepage zu verkaufen.
Maksim:Da denke ich mir so, nein, was geht?
Maksim:Und auf der anderen Seite, wo du ja als nicht entsprechend auch ausgebildeter.
Maksim:Wenig Chancen hast, dir eine echte coole Idee zu erarbeiten,
Maksim:da sehe ich die Stärke für die Agenturen.
Maksim:Weil ich glaube, was jetzt einfach auch offensichtlich wird in der Arbeit mit
Maksim:KI ist, wie unkreativ man als Nicht-Profi eigentlich ist.
Maksim:Und auch in dem Sinn, jeder von uns hat eine gute, coole, kreative Idee,
Maksim:aber da gibt es immer einen Unterschied.
Maksim:Und eine meiner beiden Schwestern ist Goldschmiedin und die,
Maksim:die hat es aufgrund ihres Talents, aber auch aufgrund ihrer Ausbildung drauf,
Maksim:die kann auf, ich sag es mal, Kommando kreativ sein.
Maksim:Die muss nicht einen guten Tag haben, um ein geniales Design für ein Schmuckstück
Maksim:hinzubekommen, sondern die kann es als Fähigkeit anknipsen.
Maksim:Und da merke ich halt jetzt zum Beispiel, klar, wie vorhin mit der Kamera,
Maksim:mit dem Kameravergleich. Ich habe jetzt einen Bildgenerator.
Maksim:Habe ich deswegen auf Kommando gute Ideen für ein gutes Visual? Nein.
Maksim:Und da sehe ich die Agenturen, dass die sich genau auf diesen Aspekt konzentrieren,
Maksim:der aus meiner Sicht die eigentliche Value Proposition von so einer Agentur darstellt.
Theo:Also um das Software Engineering zu mappen, von dem wir ja gesprochen hatten,
Theo:der Mehrwert wandert ins Requirements Engineering.
Theo:Also im Sinne von, versteh den des Kunden
Theo:Problem, brich es runter auf das Kernproblem, leite daraus dann eine,
Theo:also eben Anforderungen ab und Lösungsvorschläge, aber das Ausführen,
Theo:das Code schreiben oder in dem Fall das Texte schreiben oder das
Theo:Logo malen, ist keine dann so wertschöpfende Tätigkeit mehr,
Theo:sondern das ist einfach Execution, die halt so und so viel ausführt.
Theo:Hauptsächlich Tokens kostet, plus natürlich ein bisschen immer noch menschliche
Theo:Stunden, aber viel weniger als früher.
Theo:Und das Verhältnis zwischen beiden Anteilen muss sich halt massiv oder verschiebt sich massiv.
Maksim:Genau, und jetzt hast du beim Software Engineering, hat eines nicht,
Maksim:du hast ja das vorhin auch gesagt, da ist Kreativität eher fehl am Platz,
Maksim:nur bei den eher künstlerisch geprägten Berufen hast du ja nur diesen fetten
Maksim:Block drin, der bisher, finde ich, unterrepräsentiert war, da wurde man zu schnell
Maksim:mit so Standardlösungen abgespeist,
Maksim:aber wenn das Ziel klar ist, also die Requirements sind definiert,
Maksim:wir brauchen jetzt einen Text für eine Kampagne, um die und die Zielgruppe dazu
Maksim:zu bringen, auf diesen Knopf zu drücken.
Maksim:Wenn das Ziel ausspezifiziert ist, dann ist das Requirement klar,
Maksim:aber dann sich zu überlegen, okay, mit welchem Hook geht man da auf die Leute los?
Maksim:Und was du aus den KI-Modellen heutzutage kriegst, das ist nach wie vor unkreativer,
Maksim:handwerklich, guter Kram. Also es ist wirklich Kram.
Theo:Aber das ist genau das Gefährliche, dass das Unkreative durch die gute Handwerklichkeit
Theo:den Laien erstmal überzeugt
Theo:und ohne jemanden mit einem geschulten Blick, und das wäre dann,
Theo:wie du sagst, ja, die doch dann die Rolle einer Agentur, haust du dann halt,
Theo:ohne es in dem Moment selber zu merken, ey, ich slopp raus.
Maksim:Ja, und also das beste Beispiel an der Stelle ist, finde ich,
Maksim:Phyllis Taschan hat ja bei Sixt gearbeitet als Texterin,
Maksim:und die hat halt einfach mal den Slogan gebaut für, du steigst in Hamburg aus
Maksim:dem Flieger und siehst am Flughafen einfach nur den Slogan Hamburger Royal PS.
Maksim:Sowas kriegst du nicht aus dem KI-Modell. Never ever.
Maksim:Und das ist der Unterschied.
Theo:Ja, die Kreativität ist nicht echt.
Theo:Wunderbar. Bringt uns zur Werbung.
Theo:Würdest du sagen, es gibt
Theo:den Bedarf oder wie formuliere ich es? Oder ich schlage mir direkt an.
Theo:Würdest du dir vorstellen können, ich werbe, hey, das hier habe ich ohne KI gemacht.
Theo:Wäre das was, was zieht? Keine Ahnung, so wie keine Gentechnik im Essen oder so.
Maksim:Ja, also findet ja momentan auch statt. Also es gibt ja Agenturen,
Maksim:die auch werben mit, wir setzen keine KI ein.
Maksim:Ich denke halt, man müsste es differenziert betrachten. Wenn zu mir heute jemand
Maksim:kommt und sagt, hey, dürfen wir Texte für euch schreiben?
Maksim:Dann ist das Erste, was mich interessiert, wo setzt ihr wie KI ein,
Maksim:um mein Budget zu schonen?
Maksim:Das heißt, ich erwarte an der Stelle eine differenzierte Antwort.
Maksim:Ich will, dass die KI einsetzen für die handwerkszeuglichen Komponenten und
Maksim:will, dass 100% von meinem sonstigen Budget in die echte Arbeit geht.
Maksim:Also die Kreativität, die KI nicht gut kann. Weil wenn dann jemand nämlich sagt,
Maksim:wir setzen 100% KI ein, ist die Agentur auch raus, weil ich mir denke.
Theo:Okay, kann ich auch. Aber dann denke ich jetzt ja sehr quasi B2B getrieben,
Theo:wo man ganz klaren Kosten nutzen, aber bei,
Theo:also ich lasse mich einen Vergleich bemühen, bei Möbeln zum Beispiel,
Theo:da gibt es ja, die meisten werden es nicht machen, aber es gibt ja Leute,
Theo:die bezahlen dann extra für Handarbeit.
Theo:Also für eine Kommode oder sowas, die von der reinen Kosten-Nutzen-Kalkulation
Theo:natürlich viel billiger wäre, aus einem maschinellen Prozess zu kaufen,
Theo:irgendwie in Ikea oder sowas.
Theo:Aber die wollen handgearbeitete Sachen.
Theo:Das heißt, es gibt zumindest eben, das ist wahrscheinlich dann eher der B2C-Markt,
Theo:aber es gibt Produkte, Sachen, wo...
Theo:Ich sag mal, eigentlich veraltete Herstellungsmethoden gewürdigt werden aus
Theo:emotionalen Gründen oder aus Gründen, dass es individueller ist,
Theo:was auch immer, um einen Premiumpreis darauf zu bezahlen.
Theo:Das könnte man ja auch auf, wo du sagtest, hey, da möchte ich nicht,
Theo:dass die Stunden verbrennen, aber das könnte man ja zum Beispiel auf textuelle
Theo:Arbeit oder solche Sachen auch anwenden.
Theo:Also siehst du da eine Chance oder sagst du, das ist halt eine Frage, ob es B2B oder B2C ist?
Theo:Also wie würdest du diesen Vergleich zu handwerklicher Handarbeit betrachten?
Maksim:Also ich glaube, da müssen wir unterscheiden eben Massenware zu künstlerischer Arbeit.
Maksim:Und ein guter Freund von mir, der hat bei Rolls-Royce ein Praktikum gemacht während des Studiums.
Maksim:Und die Aussage war, die er mir erzählt hat, ein 5er BMW ist technisch ein deutlich
Maksim:besseres Auto als ein Rolls-Royce Phantom,
Maksim:der dann bei 120 klappert und bei 140 klappert was anderes, einfach weil da
Maksim:mehr Handarbeit drin steckt.
Maksim:Aber trotzdem sehen wir ja, der Preis, der aufgerufen werden kann für die Handarbeit
Maksim:ist deutlich höher, obwohl die Qualität, die am Ende dabei rauskommt,
Maksim:wenn eine Maschine schweißt oder zum Beispiel das Interieur fertigt, ist klar.
Maksim:Und wenn man jetzt das auf die Kreativ Assets bezieht.
Maksim:Sowas wie ein Blogpost ist Massenware. Das muss SEO-Geo-Kriterien erfüllen.
Maksim:Da geht es darum, dass ich Reichweite generiere.
Maksim:Das hat ja keinen künstlerischen Anspruch.
Maksim:Ich habe jetzt nicht wahrgenommen, dass zum Beispiel im Bereich der Literatur
Maksim:oder auch bei den Filmen das wahnsinnig gut funktioniert, die Leute mit vollautomatisierten
Maksim:KI-Content zu bedienen.
Maksim:Werbung ist vielleicht nochmal was anderes, wenn es nur 0815 Spots sind,
Maksim:aber ein Film wie Die Verurteilten, so einen kriegst du ja wieder nur hin, wenn du wirklich.
Maksim:Künstlerisches Verständnis mit reinsteckst.
Theo:Ja, wobei ich jetzt in letzter Zeit schon häufiger bei Filmen gehört habe,
Theo:dass die Leute meinten, dieses Drehbuch hätte ja GPT nicht schlechter geschrieben.
Maksim:Also Ja gut, aber das ist der Unterschied.
Maksim:Natürlich lieber von KI handwerklich ordentlich ausgeführte Massenware als schlampig
Maksim:ausgeführte Massenware per Hand.
Maksim:Und da muss man einfach dazu sagen, der meiste Content, den wir vorgesetzt kriegen,
Maksim:also egal auf den Streaming-Plattformen oder YouTube, das meiste ist einfach Schrott. So oder so.
Theo:Ob menschlicher Schrott oder AI-Schrott.
Maksim:Ganz genau.
Theo:Na okay. Ich habe mir noch eine Frage notiert.
Theo:Und zwar, das wäre dann auch mal eine Abschlussfrage.
Theo:Ich hole mal ein bisschen aus.
Theo:Als die LLMs, also kommerziell LLMs, GPT-3.5, GPT-4, als das noch neu war,
Theo:da haben wir uns ja relativ schnell alle, die so Disziplin zumindest arbeiten, immer angewöhnt.
Theo:Die KI ist ein super Tool, um dir eine mögliche Antwort zu liefern zu einem
Theo:Problem oder einer Frage aber du musst sie überprüfen, weil die halluziniert
Theo:oder sonstige Fehler macht
Theo:und netto du hast aber trotzdem viel schneller, weil okay, du überprüfst es
Theo:halt, aber es ist leichter zu überprüfen hey, sagt, wenn wir mal juristisch
Theo:sagen, sagt Paragraf 768
Theo:wirklich genau das dann liest du ihn dir durch ist viel schneller,
Theo:als wenn du gar nicht es gewusst hättest, in welchem Gesetzbuch du nachschlagen solltest.
Theo:Aber wie würdest du sagen, ist das heute? Überprüfst du noch alle Fakten, die dir die KI serviert?
Theo:Oder wenn nicht alle, welche? Wie gehst du da vor?
Maksim:Also dazu, das ist witzig, hatte ich vor einer Stunde in der Schulung gerade
Maksim:einen Teilnehmer, der geteilt hat, genau dieser Aspekt kannst du nur beurteilen,
Maksim:was die KI eigentlich da generiert und der hatte ein Problem mit seinem Windows Laptop,
Maksim:hatte dann übers Camera Share,
Maksim:ich glaube das war ein Gemini, ja, Surprise, mit auf den Bildschirm gerichtet
Maksim:und hat dann unreflektiert abgetippt in diese Recovery Console von Windows,
Maksim:was der Agent ihm gegeben hat.
Maksim:Hatte. Und dann ging das nicht.
Maksim:Und dann hat er sich das erstmal durchgelesen, was er da gerade abgezippt hat.
Maksim:Und das war im Wesentlichen, verkürzt genannt, ein Format C.
Maksim:Und dann hat Gemini gesagt, hey Gemini, hast du mir gerade empfohlen,
Maksim:meine Festplatte zu formatieren? Und dann so, ja, ups, sorry.
Maksim:Ja, Alter, das ist ja genau eben das Thema. Und dann meinte der auch,
Maksim:ja, okay, ich habe halt den Fehler gemacht, ich habe das unreflektiert übernommen,
Maksim:wovon ich nichts verstehe.
Maksim:Und ja, klar, also wenn du mit einem Foundation-Model von Null weg,
Maksim:die jetzt die Prompt aufbaust, dann bin ich schon der Meinung,
Maksim:da muss man ganz genau nicht nur hingucken, was die KI ausspuckt,
Maksim:sondern schon in die Prompts drauf achten, hat man eigentlich verstanden,
Maksim:was Sache ist, also wie der Prozess eigentlich laufen sollte.
Maksim:Und ich habe in einer der früheren Folgen auch schon mal geteilt.
Maksim:Unser allererster Versuch, auch Werbetexte zu automatisieren mit einer Informatik
Maksim:Studentin, hat nicht funktioniert, weil die halt nicht wusste,
Maksim:wie ist ein guter Blogartikel aufgebaut. hat.
Maksim:Aber das heißt jetzt nicht, dass man nicht die Chance hat, die Dinge zu automatisieren
Maksim:meines Erachtens, sondern.
Maksim:Wenn du jemanden, der wirklich Ahnung hat, hinsetzt und ein Prompt-Tree,
Maksim:ein Hallerium oder ein Skillset oder was auch immer die Repräsentation ist,
Maksim:wenn diese Person quasi die Anleitung nur gut genug schreibt für den Agenten,
Maksim:dann bin ich der Meinung, dann kann man das mit gutem Gewissen in die Hände
Maksim:von jemandem geben, der nicht jedes Detail kennt.
Maksim:Oder beim Software Engineering, wenn du jetzt definierst, aber bitte führ das gerne weiter aus,
Maksim:die Kaskade, die ausgeführt wird, wenn jetzt zum Beispiel ein Software Engineering
Maksim:Agent Tests schreibt, also ich verstehe das nicht, welche Tests es genau sind,
Maksim:aber du gibst mir diese Suite, dieses Bundle an Tests und dann kann ich auch
Maksim:damit arbeiten, oder wie siehst du das?
Theo:Okay, also ich versuche es mal jetzt, also wenn du ad hoc promptest,
Theo:dann würdest du sagen, musst du die Ergebnisse validieren,
Theo:aber du kannst eine Prompt-Kette, einen Prompt-Baum oder auch ein agentisches Skillset validieren,
Theo:sodass du
Theo:Nie hundertprozentig, aber dass du sicher genug bist, dass die Outputs davon
Theo:für eine gewisse Klasse an Aufgaben eigentlich dann keiner weiteren Validierung
Theo:benötigen. Das heißt, du kannst das Ergebnis validieren oder du kannst die Maschinerie validieren.
Theo:Aber du kannst nicht den Shortcut machen, dass du sagst, du nimmst das Foundation
Theo:Model, also einfach ohne irgendwelche Zusatzrestriktionen, Anweisungen,
Theo:sonst was. nimmst einfach Modell X mit Frage Y und vertraust dem.
Theo:Da sind wir nicht, sondern aber du kannst Workflows validieren.
Theo:Da wäre ich dann bei dir und beim Coding ist das
Theo:auch gut möglich, erfordert tatsächlich aber immer noch erstaunlich viel Setup-Arbeiten,
Theo:dass du sicher bist, dass der Coding-Agent diese ganze Umgebung wirklich verstanden
Theo:hat und auch verstanden hat, wer sitzt ihm da gegenüber?
Theo:Spricht er mit einem Informatiker oder spricht er mit einem Product Owner?
Theo:Aber das funktioniert. Das gehe ich auch mit dann. Also einer validierten Promptkette,
Theo:da muss man es dann nicht nochmal überprüfen.
Theo:Aber bei jetzt einer Ad-Hoc-Sache dann schon.
Maksim:Allein schon in der letzten Staffel, die Gespräche mit dem Hagen Müller,
Maksim:Niklas Niehenke und Holger Mayer, die drei aus der WP-Szene,
Maksim:die hatten ist, ich glaube, das war der Niklas, der hat das ja beschrieben,
Maksim:du hast auch bei den Wirtschaftsprüfern, wenn die mit KI arbeiten,
Maksim:nie die Situation mehr, dass du das Endergebnis validierst, sondern da wird
Maksim:der Prozess, der das Ergebnis erzeugt hat, der wird auditiert und gebulletproofed.
Maksim:Ja, weil die hätten überhaupt gar keine Chance, quasi jede,
Maksim:Einzelanalysekette, jedes kleine Schrittchen in der Kette da zu plausibilisieren.
Theo:Ja, und dann irgendwann ist dann der Benefit davon, dass du die KI eingesetzt,
Theo:ist dann auch nicht mehr da, wenn du jedes einzelne Ding dann nochmal anhand
Theo:der Rohexporte aus irgendwelchen Buchhaltungssystemen überprüfen müsstest.
Theo:Das wäre dann ja auch zum Scheitern verurteilt.
Maksim:Ja, ganz genau.
Theo:Ja, ich reflektiere bei der Frage, weil ich bin gerade dabei zu überlegen,
Theo:wo recherchiere ich die oder validiere ich die Antwort, aber dennoch nicht,
Theo:obwohl es ein Ad-Hoc-Prompt war. Aber ich glaube, das sind dann immer so
Theo:Low-Impact-Sachen, sage ich jetzt mal. Mhm. So quasi aller, ich schreibe ein
Theo:Ticket für einen Entwickler und sage, hey, kurze Recherche hat ergeben,
Theo:die und die Software könnte uns dabei helfen.
Theo:Und dann war das was, was mir quasi irgendein Agent ausgespuckt hat und ich
Theo:habe aber die Software nicht mir genau angeschaut, ob auf deren Landingpage
Theo:wenigstens steht, dass die das und das und das kann.
Theo:Weil ich mir denke, das passiert dann
Theo:sowieso im Development-Prozess und schlimmstenfalls habe ich dann vom...
Maksim:Einen schlechten Tipp gegeben, ja.
Theo:Genau, 10 Minuten verschwendet oder sowas.
Theo:Aber quasi in dem Moment, wo ich sage, okay, das hätte jetzt Konsequenzen,
Theo:ja, da überprüfe ich es schon.
Maksim:Ja, aber ich fand das von dir ganz gut formuliert. Entweder wird das Ergebnis
Maksim:oder der Prozess, der das Ergebnis erzeugt hat, validiert. Eins von beiden ist nötig.
Theo:Genau.
Maksim:Danke, Maxim.
Theo:Ja, danke dir. Hat mal Spaß gemacht, dich auszuquetschen.
Maksim:Ja, gerne. und das leitet auch sehr gut auf die nächste Folge über.
Maksim:Nächste Woche haben wir einen Gast im Podcast, der bei einer sehr großen,
Maksim:nennen wir es mal kreativ produzierenden Firma arbeitet und das war wirklich spannend.
Maksim:Also das, die Folge, die haben wir schon aufgenommen. Von daher weiß ich schon, was vorkommen wird.
Theo:Ich habe sie noch nicht gehört. Ich bin gespannt.
Maksim:Ja, haut's rein. Bis zum nächsten Mal.
Theo:Bis bald. Ciao.
